App Stores – die neue Feudalherrschaft?

App Stores sind praktisch, da sie Herstellern und Programmierern von Apps helfen, Ihre Software zu vermarkten. Die Reichweite eines guten Stores ist immens und darf nicht unterschätzt werden. Allerdings unterwirft sich der Software-Anbieter damit automatisch den Regeln des Besitzers, und diese sind nicht immer vorteilhaft oder nachvollziehbar.

Die bekanntesten App Stores sind natürlich der iTunes Store von Apple sowie der Google Play Store. Im Gegensatz zu Google hat Apple dabei von Beginn im Store nur bestimmte Apps zugelassen. Nicht immer waren – und sind – die Kriterien dafür nachvollziehbar. Natürlich ist es sinnvoll, die Qualität und auch in einem gewissen Maß die Inhalte zu kontrollieren. Aber oft wurden eben auch Apps abgelehnt, die den ureigenen Interessen des Konzerns nicht dienlich waren. Wo Apple etwa eigene Apps im Angebot hat, ist es sehr schwer, eine Alternative in den Store zu bekommen. Wettbewerbsfreundlich ist das natürlich nicht.

Google ist da durchaus offener, prüft allerdings mittlerweile auch Apps, bevor sie in den Store kommen. Dies dient allerdings nur dazu, um Schadsoftware zu identifizieren und eine Mindestqualität sicherzustellen, und dagegen habe ich überhaupt nichts einzuwenden.

Aber leider ist die Praktik des Gatekeepers mittlerweile auch in kleineren App Stores Usus, so etwa bei Shopware, einem eCommerce-System deutscher Herkunft. Auch hier müssen neue Plugins, die über den hauseigenen Community Store vermarktet werden sollen, manuell von Mitarbeitern freigegeben werden und es kann zu einer Ablehnung kommen. Die Gründe für eine abgelehnte App sind dabei nicht immer nachvollziehbar und eine Diskussion darüber scheint meiner Erfahrung nach überflüssig zu sein, Shopware versteckt sich hier hinter vagen Formalismen. Auch gibt es keine verbindlichen Auskünfte darüber, ob neue Shopware Plugins potentiell überhaupt zum Vertrieb zugelassen werden.

Insgesamt ist diese Praktik aus meiner Entwicklersicht alles andere als glücklich: einerseits bin ich auf die App Stores angewiesen, da diese die Reichweite und den direkten Zugang zum Endkunden haben. Andererseits begebe ich mich in eine hohe Abhängigkeit zur Mutterfirma und bin dieser auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Eine Planungssicherheit habe ich hier kaum, da eine App, laut den allermeisten Vertriebsvereinbarungen, jederzeit ohne Angabe von Gründen aus dem Store geworfen werden kann. Die App Stores nutzen ihre Marktmacht so geschickt aus, profitieren aber gleichzeitig von den vielen kleinen Anbietern, ohne die der App Store wiederum auch nicht erfolgreich sein kann.

Ich plädiere für ein offeneren, transparenteren und partnerschaftlicheren Umgang mit den Menschen, die zum Erfolg einer Firma nicht unwesentlich beitragen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.